BR-Recherche enthüllt illegales Casino-Netzwerk mit Verbindungen zu Soft2Bet
Geschrieben von Henrik Schmitz · 31.7.2026

BR-Recherche enthüllt illegales Casino-Netzwerk mit Verbindungen zu Soft2Bet

Ein gemeinsamer Bericht des Bayerischen Rundfunks und von Investigate Europe hat ein Netzwerk von rund 120 unlizenzierten Online-Casino-Websites ans Licht gebracht, die gezielt deutsche Spieler ansprechen, ohne die vorgeschriebenen deutschen Lizenzen zu besitzen, während die Betreiber über Malta und Zypern agieren.
Details zur Untersuchung und den beteiligten Unternehmen
Die Recherche stützt sich auf interne Dokumente und Datenanalysen, die Soft2Bet sowie dessen Gründer Uri Poliavich mit diesen Plattformen in Verbindung bringen, wobei die Firma ihren Sitz auf Zypern und Malta hat und zwischen 2020 und 2024 angeblich mehr als 600 Millionen Euro aus diesen Aktivitäten erwirtschaftet haben soll, wie aus den geleakten Unterlagen hervorgeht, während Similarweb-Zahlen für Mai 2026 allein etwa acht Millionen Zugriffe aus Deutschland auf die Soft2Bet-affilierten Seiten verzeichnen.
Behörden in Deutschland prüfen derzeit die Einhaltung des Glücksspielstaatsvertrags, der seit 2021 klare Lizenzanforderungen für Online-Glücksspielanbieter festlegt, und die betroffenen Websites operieren ohne diese Genehmigungen, was sie in eine rechtliche Grauzone rückt, die bereits zu mehreren Verfahren geführt hat.
Wirtschaftliche Dimension und Marktdaten
Die Zahlen aus den Untersuchungen zeigen, dass die Plattformen ein erhebliches Volumen an Nutzerzugriffen aus Deutschland generieren, wobei die acht Millionen Views im Mai 2026 nur einen Monat repräsentieren und auf eine systematische Ausrichtung auf den deutschen Markt hindeuten, während Experten der gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Einhaltung der Lizenzpflicht überwachen.
Uri Poliavich wird in den Berichten als zentrale Figur genannt, deren Unternehmen die Infrastruktur für die Sites bereitstellt, und die Gewinne fließen über die internationalen Standorte, was die Durchsetzung deutscher Vorschriften erschwert, aber gleichzeitig rechtliche Schritte wie Schadensersatzklagen von Spielern ermöglicht, wie sie in aktuellen Verfahren vor deutschen Gerichten und am Europäischen Gerichtshof diskutiert werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 sieht vor, dass Anbieter eine Lizenz der zuständigen Behörden benötigen, um in Deutschland tätig zu werden, und unlizenzierte Angebote stellen eine Verletzung dar, die sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, während die EU-weite Kooperation bei grenzüberschreitenden Fällen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Beobachter verweisen auf ähnliche Fälle in anderen EU-Staaten, wo Regulierungsbehörden wie die Malta Gaming Authority oder die Zypriotische Glücksspielkontrollbehörde mit deutschen Stellen zusammenarbeiten, um solche Netzwerke einzudämmen, und die aktuellen Ermittlungen in München und Brüssel laufen seit Anfang 2026 parallel zu Evaluierungen des bestehenden Vertragswerks.
Auswirkungen auf Spieler und den Markt
Deutsche Nutzer, die auf diese Sites zugreifen, setzen sich Risiken aus, die von fehlendem Spielerschutz bis hin zu möglichen Rückforderungsansprüchen reichen, und Gerichte haben in vergleichbaren Fällen bereits Urteile zugunsten von Spielern gefällt, die Verluste bei unlizenzierten Anbietern geltend machen, wobei die BR-Dokumente auf ein koordiniertes Vorgehen der Betreiber hinweisen.
Die Berichterstattung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem im Juli 2026 die laufende Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags weitere Erkenntnisse liefert, und Datenanalysen wie die von Similarweb liefern zusätzliche Belege für die Reichweite der Plattformen innerhalb Deutschlands.
Internationale Dimension und zukünftige Entwicklungen
Soft2Bet mit Hauptsitz in Zypern und Malta steht im Fokus internationaler Aufmerksamkeit, da ähnliche Modelle in anderen europäischen Ländern ebenfalls untersucht werden, und die Zusammenarbeit zwischen Investigate Europe und dem Bayerischen Rundfunk hat bereits zu Anfragen bei EU-Institutionen geführt, die eine stärkere Harmonisierung der Glücksspielregulierung anstreben.
Die vorliegenden Zahlen und Dokumente bilden die Grundlage für weitere Ermittlungen, während die betroffenen Spieler über bestehende Mechanismen zur Rückforderung von Verlusten informiert werden, und die Behörden betonen die Notwendigkeit einer konsequenten Durchsetzung der Lizenzpflichten.
Schlussfolgerung
Der BR-Bericht in Kooperation mit Investigate Europe liefert konkrete Einblicke in die Strukturen eines Netzwerks, das ohne deutsche Lizenzen operiert, und verbindet die Aktivitäten mit Soft2Bet sowie Uri Poliavich, wobei die finanziellen Dimensionen und die Nutzerzahlen aus Deutschland die Relevanz der Untersuchung unterstreichen, während laufende Verfahren und regulatorische Anpassungen die weitere Entwicklung prägen. Bayerischer Rundfunk Bericht und Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder bieten ergänzende Informationen zu den regulatorischen Grundlagen.